Sonntag, 21. August 2022

Deutschland hilft Südafrika beim Kohleausstieg — um die Kohle selbst zu importieren

Noch vor kurzem erklärte die deutsche Energiewende-Politik voll Stolz: Deutschland hilft Südafrika beim Kohleausstieg. Es wird von einem Modellprojekt gesprochen. Ein Modell des Scheiterns, wie sich schnell herausstellt.

Kohle-Bergarbeiter in Südafrika (UN-Photo)

In maximaler Hybris wurden gleichzeitig die besten Kernkraftwerke der Welt in Deutschland heruntergefahren und weiter in Wind und Solar investiert. Jedem Energie-Experten war zu diesem Zeitpunkt klar, dass damit eine »Energiewende« weder ökonomisch noch ökologisch und schon gar nicht geopolitisch zu schaffen ist. Solar und Wind sind Energieträger extrem niedriger Energiedichte und Zuverlässigkeit. Sie benötigen große Flächen, große Mengen an Ressourcen, sind äußerst komplex in ein Stromnetz zu integrieren und  müssen mit einer Flotte an konventionellen Energieträgern hinterlegt werden um eine stabile Energieversorgung zu gewährleisten. 

Daneben hat es Deutschland weiters versäumt für die notwendigen konventionellen Energieträger — sprich Gas — eine zuverlässige Versorgung zu gewährleisten. Auch davor haben politische Experten seit Jahrzehnten gewarnt. Die Folgen der gefährliche Abhängigkeit von russischem Gas sehen wir in den Folgen des Ukraine-Krieges deutlich.

Nur ein Jahre, nachdem Deutschland Südafrika beim Kohleausstieg »geholfen« hat gibt es in Südafrika nun Strom-Blackouts. Was aber noch viel perfider ist: der Kohle-Export aus Südafrika nach Europa und Deutschland vervielfacht sich. 

Mit anderen Worten: während Deutschland versucht seine Energiewende-Ideen in alle Welt zu exportieren (vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländer) greift man selbst sofort die Gas- und Kohle-Vorräte der Welt ab — weil es aufgrund genau dieser Politik im eigenen Land eine Krise gibt.

Die Länder, die man moralisierend belehrt hat, haben jetzt Blackouts und können die eigene Armut mangels Energie nicht abschütteln, während man sich in Deutschland explodierende Preise für Kohle und Gas (noch) leisten kann.

Wer diskutiert diese wirtschaftliche, politische, ökologische und moralische Niederlage in Deutschland? 

Paradigm shifts and the reaction of the scientific establishment

The three stages of reactions of outsiders rolling up a traditional scientific field. Or in the terminology of Thomas Kuhn: a paradigm shift is hitting normal science, as described by James Gleick with reference to Benoit Mandelbrot:

Thomas Kuhn (1973)

Stage 1: Who are you, and why are you interested in our field

Stage 2: How does it relate to what we have been doing, and why don't you explain it on the basis of what we know?

Stage 3: Are you sure it's standard (mathematics)? Then why don't we know it?

Zum Abschluss...

Es freut mich, dass Sie sich die Zeit genommen haben, mein Blog zu lesen. Natürlich sind viele Dinge, die ich hier diskutiere aus einem subjektiven Blickwinkel geschrieben. Vielleicht teilen Sie einige Ansichten auch nicht: Es würde mich jedenfalls freuen, Kommentare zu lesen...

Noch ein Zitat zum Schluß:

"Ich verhielt mich so, als wartete ein Heer von Zwergen nur darauf, meine Einsicht in das Tagesproblem, zur Urteilsfindung von Gesellschaft und Politik zu übersetzen. Und nun stellt sich heraus: Dieses Heer gibt es nicht.

Ganz im Gegenteil erweist sich das kulturelle Getriebe als selbstimmunisierend gegen Kritik und Widerlegung. Es ist dem Lernen feind und wehrt sich in kollektiver Geschlossenheit gegen Umdeutung und Innovation.", Rupert Riedl, Evolution und Erkenntnis, Piper (1985)

:-)