Donnerstag, 25. Juni 2009

Österreichische Peak Oil Studie

Bin heute über das Blog Posting des Oekoenergie-Blogs auf eine "Peak-Oil" Studie gestossen, die vom Land Vorarlberg in Auftrag gegeben wurde und vom Österreichischen Ökologie Institut durchgeführt wurde. Das PDF ist frei verfügbar.

Die Studie ist meines Erachtens nach nicht herausragend, auch weil kaum nennenswerte wissenschaftliche Quellen zitiert werden; das Ganze hat eher den Status einer umfangreicheren Seminararbeit wo hauptsächlich populärwissenschaftliche Quellen oder Webseiten von Interessensgruppen zusammengefasst werden. Auch Layout und Typographie ist (wie heute so oft) amateurhaft. Dennoch das Thema wird vergleichsweise umfangreich behandelt und vielleicht findet man, wenn man sich mit dem Thema noch nicht intensiv auseinandergesetzt hat auch noch einige interessante Aspekte (auch solche die sich nicht unmittelbar auf Vorarlberg beziehen).

Ist man des englischen mächtig, ist aber vermutlich "Winning the Oil Endgame" die bessere Variante (dort könnten sich die Autoren auch abschauen, wie man eine Studie schreibt, z.B. Executive Summary, Referenzen, Typhographie). Ebenso in diesem Kontext ist das Buch des englischen Physikers David MacKay eventuell von Interesse (wie das vorige ebenfalls zum freien Download): Sustainable Energy - Without the hot Air. In diesem Buch setzt sich MacKay mit dem Potenzial "alternativer" Energien sehr detailiert, aber gut lesbar auseinander. Dieses Buch hat zwar einen eine UK - Schwerpunkt, der stört aber für grundlegende Überlegungen nicht wirklich. Auch dieses Buch ist übrigens typographisch hervorragend.

Was mich aber sofort gefangen hat, war das Vorwort von Herrn Landesrat Manfred Rein, hier möchte ich einen Satz wörtlich zitieren:
"Was, wenn die These vom globalen 'Peak Oil' tatsächlich einträfe und die technisch förderbare Menge unumkehrbar fallen würde?"
Das ist doch eine ganz besonders drollige Formulierung. "Einträfe". Schöner Konjunktiv, an und für sich. Was will und Landesrat Rein damit zwischen den Zeilen sagen? Wer weiß, ob man diesen dubiosen Wissenschaftern schon trauen darf, vielleicht gibt es Peak Oil ja gar nicht und wir brauchen uns nicht weiter beunruhigen?! Oder interpretiere ich hier etwa doch zu viel hinein?

Kommentare:

Gabriele Heigl hat gesagt…

Wer sich einmal mit dem peak oil näher beschäftigt hat, kann sich eines Gefühls der aufsteigenden Panik kaum erwehren. Wer weiß, vielleicht hat der Herr Landesrat die Konsequenzen genau erwogen und erkannt, dass die Menschheit dem Problem hilflos gegenüber stehen wird. Und so versteckt er seine Angst lieber im Konjunktiv.
Es gibt wohl nichts, was unsere wachstumsgeile Zivilisation noch tun könnte, um die unvorstellbaren Verwerfungen, die das Ende des Erdölzeitalters mit sich bringen wird, zu verhindern. Was mich immer noch wundert, ist, dass das Thema von den Medien nur stiefmütterlich behandelt wird. Liegt es daran, dass alles an der Erderwärmungsfront kämpft? Erkennt man nicht, dass es sich um zwei Seiten derselben Medaille handelt? Ein bekannter amerikanischer Geologe hat gesagt, dass in ein paar Jahren niemand mehr von der Erderwärmung sprechen wird. Es wird nur noch ein Thema geben: Energie.
Allen Zweiflern an der peak-oil-Theorie empfehle ich den Film "A Crude Awakening" (auf youtube) und www.lifeaftertheoilcrash.net.

Alexander Schatten hat gesagt…

Also ich teile die Meinung, dass die Energieversorgung ein erhebliches Problem darstellen wird.

Dennoch: ich denke, dass wir so bald nicht aufhören werden über den Klimawandel zu sprechen eher im Gegenteil. Selbst wenn bei der jetztigen Konferenz in Kopenhagen radikalen Schritte gesetzt werden, wird uns der KW noch lange verfolgen und auch spät die bisherigen Zweifler in Panik versetzen. Leider zu spät, fürchte ich.

Beide Probleme werden wohl Hand in Hand wachsen und uns sowie die nächsten Generationen auf Trab halten.

Zum Abschluss...

Es freut mich, dass Sie sich die Zeit genommen haben, mein Blog zu lesen. Natürlich sind viele Dinge, die ich hier diskutiere aus einem subjektiven Blickwinkel geschrieben. Vielleicht teilen Sie einige Ansichten auch nicht: Es würde mich jedenfalls freuen, Kommentare zu lesen...

Noch ein Zitat zum Schluß:

"Ich verhielt mich so, als wartete ein Heer von Zwergen nur darauf, meine Einsicht in das Tagesproblem, zur Urteilsfindung von Gesellschaft und Politik zu übersetzen. Und nun stellt sich heraus: Dieses Heer gibt es nicht.

Ganz im Gegenteil erweist sich das kulturelle Getriebe als selbstimmunisierend gegen Kritik und Widerlegung. Es ist dem Lernen feind und wehrt sich in kollektiver Geschlossenheit gegen Umdeutung und Innovation.", Rupert Riedl, Evolution und Erkenntnis, Piper (1985)

:-)